SPD fordert ein aktiveres Saatkrähenmanagement durch die Stadt Neukirchen-Vluyn

In Neukirchen-Vluyn werden die Saatkrähen zunehmend zu einer Belastung der Anwohner durch erhebliche Lärmbelästigungen, massive Verschmutzungen durch Vogelkot und Einschränkungen bei der Nutzbarkeit öffentlicher Flächen. Daher hatte die SPD-Fraktion schon am 21.10.2024 einen Antrag gestellt, mit Hilfe eines Gutachters einen Antrag beim Kreis zu stellen, um eine Ausnahmegenehmigung für die Vergrämung der Saatkrähen zu stellen. Die Ergebnisse des Gutachtens werden nach den Sommerferien erwartet.

Nun hat die CDU-Fraktion für die Ratssitzung am 15.07.2026 den Beschluss einer Resolution beantragt, in dem der Bürgermeister gebeten wird, auf Landes-, Bundes-, und Europaebene die Herabstufung des Schutzstatus für Saatkrähen einzufordern. Hier stellt sich die Frage, warum der Bürgermeister nicht schon von alleine aktiv geworden ist und wir eine Resolution brauchen.

Es gab bereits viele ähnliche politische Initiativen zur Reduzierung des Schutzstatus der Saatkrähe, jedoch ohne Erfolg:

  • Ein Antrag der CDU im Jahr 2023 im Deutschen Bundestag forderte eine Herabstufung des Schutzstatus und eine Regulierung der Bestände, blieb jedoch ohne Umsetzung.
  • Eine Bundesratsinitiative der CSU zur Änderung der EU‑Vorgaben (Aufnahme in die Liste jagdbarer Arten) wurde nicht angenommen.
  • Auch auf europäischer Ebene wurde klargestellt, dass grundsätzlich am Schutzsystem festgehalten wird und lediglich Einzelfallausnahmen möglich sind.

Daraus folgt, dass Initiativen und Ratsresolutionen zur grundlegenden Änderung des Schutzstatus auf EU‑ oder Bundesebene derzeit wenig erfolgversprechend sind und den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern Lösungen suggerieren, die aktuell keinen Erfolg versprechen. Ein Brief aus Neukirchen-Vluyn dürfte schnell in der Ablage landen. Dies nennt man normalerweise Symbolpolitik.

Die SPD wird dem Antrag zustimmen, möchte aber weiter an konkreten Problemlösungen arbeiten und hat einen Ergänzungsantrag gestellt. Das bisherige Engagement der Stadt könnte noch verstärkt werden. Auf Basis des Gutachten sollte ein Ausnahmeantrag gestellt werden. Bei einer Ablehnung sollte dagegen geklagt werden. Darüber hinaus müssen die Probleme intensiv dokumentiert werden. Dies hilft bei möglichen Klagen gegen einen abgelehnten Antrag auf Vergrämung. Darüber hinaus könnten Maßnahmen ergriffen werden, um die Nahrungsquellen für die Saatkrähen zu reduzieren. Schwere Deckel auf Abfalleimern, geschlossene Mülltonnen von Unternehmen oder gezielte Ansprache von Problembetrieben wie Fast-Food-Unternehmen oder mehr Öffentlichkeitsarbeit könnten auch helfen. Schutzwürdig sind auch Kinderspielplätze. Warum nicht mal versuchen, an den betroffenen Orten einen kleinen Spielplatz einzurichten. Das hilft beim Ausnahmeantrag. Die Stadt kann also mehr unternehmen als bisher.

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