SPD stimmt der Sanierung des Vereinsheims Klingerhuf nicht zu

Die Verwaltung legt für den Haupt- und Finanzausschuss am 08.07.2026 unter dem Betreff „Sachstand Freiraum Klingerhuf“ einen Beschlussvorschlag vor, der die Finanzlage der Stadt im hohen Maße belasten wird.

Das Projekt Klingerhuf ist eine außergewöhnliche und innovative Idee. Genau deshalb hat die SPD es von Anfang an konstruktiv begleitet. Gleichzeitig haben wir aber immer darauf hingewiesen, dass dieses Projekt kein Selbstläufer ist und jede weitere Entscheidung unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit stehen muss.

Nach den nun vorliegenden Gutachten liegen erstmals belastbare Zahlen auf dem Tisch. Allein die Sanierung des Vereinsheims wird derzeit auf rund 1,8 Millionen Euro geschätzt. Selbst bei einer Förderung von 70 Prozent müsste die Stadt nach heutigem Stand mindestens 540.000 Euro aus eigenen Mitteln aufbringen. Da eine Sanierung frühestens ab 2029 erfolgen könnte, ist bereits heute absehbar, dass dieser Eigenanteil durch Baukostensteigerungen noch deutlich höher ausfallen kann. Hinzu kommen langfristige Verpflichtungen aus der 25-jährigen Zweckbindung der Fördermittel.

Für die SPD ist deshalb der Zeitpunkt gekommen, innezuhalten und die Gesamtverantwortung für den städtischen Haushalt wahrzunehmen.

Besonders schwer fällt der Fraktion diese Entscheidung, weil sich in den vergangenen Monaten rund um den Klingerhuf ein beeindruckendes ehrenamtliches Engagement entwickelt hat. Zahlreiche Freiwillige haben das Vereinsheim renoviert, Inventar beschafft, Veranstaltungen organisiert und einen Ort geschaffen, der von vielen Bürgerinnen und Bürgern angenommen wird.

Dieses Engagement verdient höchsten Respekt. Niemand stellt in Frage, was dort entstanden ist. Im Gegenteil: Die Ehrenamtlichen haben bewiesen, wie viel Herzblut und Kreativität in diesem Projekt stecken.

Gerade deshalb sieht die SPD aber auch eine schwierige Entwicklung. Mit der Überlassung des Vereinsheims und dem Abschluss eines langfristigen Pachtvertrages wurden bereits früh Tatsachen geschaffen. Dadurch sind bei vielen Ehrenamtlichen und Unterstützern verständlicherweise Erwartungen entstanden, dass am Ende auch die millionenschwere Sanierung des Gebäudes erfolgen wird.

Vor genau dieser Entwicklung haben wir von Beginn an gewarnt. Wir haben immer deutlich gemacht, dass alle politischen Beschlüsse unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit stehen. Begeisterung für ein Projekt ersetzt keine solide Finanzierung. Erst jetzt kennen wir die tatsächlichen Kosten – und deshalb müssen wir heute auch eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen.

Die SPD macht deutlich, dass sie weder das ehrenamtliche Engagement noch die Idee des Projektes beenden möchte. Vielmehr soll gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal geprüft werden, wie die Bildungsangebote und das innovative MINT- und Permakulturkonzept auch ohne eine millionenschwere Gebäudesanierung umgesetzt werden können. Gleichzeitig sollen alternative Räumlichkeiten für Vereine und Veranstaltungen entwickelt werden.

Mit der Entwicklung von Niederberg-Süd eröffnet sich in den kommenden Jahren die Chance, moderne Räume für Vereine, Kultur, Bildung und Begegnung zu schaffen. Diese Möglichkeit sollten wir von Anfang an mitdenken und nicht vorschnell ausschließen.

Die SPD verweist außerdem darauf, dass der Rat in den kommenden Jahren zahlreiche weitere Großprojekte finanzieren muss. Dazu gehören unter anderem die Entwicklung des Zechengeländes Niederberg-Süd, die Sanierung des Freizeitbades, die energetische Sanierung der Kulturhalle, die Modernisierung bestehender Sporthallen, der Bau einer weiteren Sporthalle sowie Investitionen in Straßen, Radwege und weitere Infrastrukturmaßnahmen. All diese Projekte erfordern erhebliche Eigenanteile der Stadt und müssen gegeneinander verantwortungsvoll abgewogen werden.

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