Sanierung Vereinsheim Klingerhuf soll 1,8 Millionen € kosten – SPD zieht Reißleine

Die Verwaltung legt für den Haupt- und Finanzausschuss am 08.07.2026 unter dem Betreff „Sachstand Freiraum Klingerhuf“ einen Beschlussvorschlag vor, der die Finanzlage der Stadt im hohen Maße belasten wird. Erstmals, seit Projektbeginn in 2023, wird der Rat der Stadt über die zu erwartenden Kosten informiert, die mit der Sanierung des Vereinsheims entstehen werden. Eine 70% Förderung aus Städtebaumittel ist sehr wahrscheinlich, dennoch müssten aus dem städtischen Haushalt mindestens 540.000 € eingebracht werden. Vor dem Hintergrund, dass die Sanierung ab 2029 erfolgen soll, muss allerdings mit einer nicht unerheblichen Kostensteigerung gerechnet werden. Mit der Förderung einher geht die sogenannte „25 jährige Bindefrist“ für die zu erwartenden Fördergelder in Höhe von 1.260.000 €. Das heißt, dass das Konzept, auf dessen Basis der Antrag auf Städtebaufördermittel gestellt wird, 25 Jahre aufrecht erhalten werden muss. Klappt das nicht, müssen Fördermittel zurück gezahlt werden. Die Stadt könnte daher gezwungen sein, über viele Jahre die laufenden Kosten zu finanzieren. Für die Sanierung des Freigeländes kommen bei einer Umsetzung des „Konzeptes Permakultur“ noch weitere Belastungen auf die Stadt zu, da an verschiedenen Stellen Boden ausgetauscht werden müsste. Hier liegen aber noch keine Kostenschätzungen vor. Aktuell geht es um die Frage der Sanierung des Vereinsheim, in das die Stadt in den letzten Jahrzehnten nicht investiert hat.

Der Beschlussvorschlag, den die Verwaltung dem Rat vorlegt, sagt nichts dazu, wie sich die Mittelbildung ab 2029 in Höhe von mindestens 540.000 € auf die weiteren wichtigen Großprojekte der Stadt auswirken wird. Zur Erinnerung: Das Hochhaus am Nordring sollte von der Stadt erworben werden, damit endlich Bewegung in den ewigen Stillstand kommt. Das Freizeitbad muss dringend saniert werden, auch dafür sind Förderanträge gestellt worden, aber auch ein Eigenanteil einzuplanen. Die Fläche Niederberg Süd wurde von der Stadt erworben – nun muss sie aber auch entwickelt werden. Für den Schulsport wird eine neue Sporthalle benötigt und die bestehenden Hallen sind teilweise hoch sanierungsbedürftig. Die Veranstaltungshalle Kultur Cafe, die ebenfalls im Besitz der Stadt ist, braucht seit Jahren dringend neue Fenster, neue Toiletten, neue Technik und eine neue Lüftung. Bisher hieß es, dafür sei kein Geld da.

Vor diesem Hintergrund schlägt die SPD vor, von der Sanierung des Vereinsheims Abstand zu nehmen. Gleichwohl ist es der SPD wichtig, dass das Konzept Permakultur weiterverfolgt wird und auch, dass, sofern keine Sicherheitsbedenken bestehen, das Vereinsheim in der bisherigen Form weitergenutzt werden kann. Uns ist bewusst, dass wir unserem Antrag, die Reißleine zu ziehen, nicht nur auf Zustimmung und Verständnis stoßen werden, zumal schon viel ehrenamtliches Engagement in das Projekt geflossen ist. Politische Verantwortung zu tragen bedeutet jedoch auch, die mittel- und langfristen Folgen eines Projektes zu sehen und vor allem die ganze Stadt und ihre Belange im Blick zu behalten. Wir sind auch noch nicht überzeugt, dass mit der heutigen Vereinsstruktur es gelingen wird, die umfänglichen Pläne umzusetzen und die Kosten für den Betrieb in den nächsten 25 Jahren zu tragen.

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