Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Neukirchen-Vluyn setzt sich für die Durchführung eines Architekturwettbewerbs zur Zukunft der historischen Backsteingebäude auf dem ehemaligen Zechengelände Niederberg-Süd ein. Die Grünen und die Linken unterstützen die Idee. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion zur nächsten Sitzung des Bauausschusses eingereicht. Ziel ist es, vor der Suche nach Investoren klare Vorstellungen über die künftige Nutzung und bauliche Gestaltung des sogenannten „Backsteindreiklangs“ zu entwickeln.
Die drei historischen Backsteingebäude gehören zu den prägenden Elementen des ehemaligen Zechenareals und besitzen nach Auffassung der Sozialdemokraten eine besondere Bedeutung für die Identität der Stadt.
Die Gebäude erzählen ein wichtiges Kapitel der Neukirchen-Vluyner Geschichte. Sie stehen für die Bergbautradition unserer Stadt und verleihen dem gesamten Areal seinen unverwechselbaren Charakter. Deshalb dürfen wir ihre Zukunft nicht dem Zufall überlassen. Die Stadt muss zunächst selbst definieren, welche Qualität und welche Nutzung sie an diesem besonderen Ort erreichen möchte.
Das bisher vorliegende Nutzungskonzept sieht unter anderem Kultur-, Freizeit-, Gastronomie- und moderne Arbeitsangebote vor. Zudem werden Erweiterungsmöglichkeiten wie ein Hotel oder eine Volkshochschule betrachtet. Die konkrete bauliche Umsetzbarkeit dieser Ideen sei bislang jedoch nicht vertieft untersucht worden.
Aus Sicht der SPD bietet ein Architekturwettbewerb die Möglichkeit, unterschiedliche Konzepte zu vergleichen und die beste Lösung für die Stadt auszuwählen.
Ein Investor wird verständlicherweise zuerst die wirtschaftliche Perspektive betrachten. Die Aufgabe der Politik ist es jedoch, die städtebaulichen und kulturellen Interessen der Stadt zu sichern. Mit einem Architekturwettbewerb schaffen wir die Grundlage dafür, dass Qualität, Denkmalwert und Zukunftsfähigkeit gleichermaßen berücksichtigt werden. Die Stadt behält damit die Steuerung in der Hand, statt sich später zwischen vorgelegten Investorenkonzepten entscheiden zu müssen.
Die SPD schlägt vor, verschiedene Architekturbüros auf Grundlage des vorhandenen Nutzungskonzepts Entwürfe entwickeln zu lassen. Über eine Jury, an der auch Vertreterinnen und Vertreter der Politik beteiligt werden sollen, könnte anschließend das überzeugendste Konzept ausgewählt werden.
Niederberg-Süd ist eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre. Gerade deshalb sollten wir den Mut haben, die besten Ideen einzuholen. Ein Architekturwettbewerb schafft Transparenz, eröffnet neue Perspektiven und gibt den Bürgerinnen und Bürgern die Sicherheit, dass die Entwicklung dieses wichtigen Standortes sorgfältig vorbereitet wird.



