Junge Menschen müssen ihre Stadt mitgestalten können
Jugendbeteiligung muss bei den Bedürfnissen junger Menschen ansetzen und ihnen ermöglichen, selbst etwas zu gestalten. Das fordert der 27-jährige SPD-Landtagskandidat für Moers und Neukirchen-Vluyn, Paul Stucki, anlässlich des am 8. Oktober vorgestellten Aktionsplans Jugendbeteiligung der Landesregierung.
Jugendliche haben eigene Vorstellungen davon, welche Treffpunkte sie brauchen, was ihnen an ihrer Schule wichtig ist oder welche Freizeitangebote fehlen. Sie haben ein Recht darauf, diese Anliegen einzubringen und mitzugestalten. Dafür müssen Sprache, Orte und Zeiten zu ihnen passen. Auch wie sie sich beteiligen möchten, sollten Jugendliche selbst mitentscheiden können.
Gespräche in Schulen und Jugendzentren, gemeinsame Planungswerkstätten oder digitale Angebote könnten unterschiedliche Zugänge eröffnen. Entscheidend sei, solche Formate gemeinsam mit jungen Menschen zu entwickeln und ihnen tatsächlichen Einfluss auf Entscheidungen zu ermöglichen. Beteiligung dürfe keine Vorkenntnisse über politische Gremien und Verwaltungsabläufe voraussetzen.
Die bereits Ende 2025 beschlossene Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Landtagswahlen sei ein wichtiger Fortschritt. Daran müsse das Land anknüpfen: Junge Menschen sollten früh erfahren, dass ihre Stimme zählt und ihr Engagement etwas verändern kann.
Für Moers, Neukirchen-Vluyn und die anderen Kommunen fordert Stucki einen verlässlichen landesweiten Rahmen: erprobte Beteiligungsverfahren, klare Zuständigkeiten, fachliche Begleitung sowie finanzielle Unterstützung für Personal und die Umsetzung von Ideen. Vorhandene Angebote und engagierte Menschen vor Ort müssten gestärkt werden. Beteiligung müsse auch diejenigen erreichen, die bislang wenig Kontakt zur Politik haben.
Die im Aktionsplan angekündigte Beratung und Vernetzung seien sinnvolle Ansätze. Nach mehr als vier Jahren seit der Vereinbarung im Koalitionsvertrag komme es nun auf konkrete Umsetzung und dauerhaft gesicherte Unterstützung an. Zugleich müsse das Land bei seinen eigenen Entscheidungen vorangehen. Stucki fordert deshalb einen verbindlichen Kinder- und Jugendcheck, der die Auswirkungen von Gesetzesvorhaben frühzeitig prüft und durch direkte Beteiligung ergänzt wird.
Wir wünschen uns, dass junge Menschen sich engagieren und wählen gehen. Dann gehört für mich auch dazu, dass sie früh mitgestalten können und wir ihre Bedürfnisse ernst nehmen, auch wenn sie noch nicht wählen dürfen. Dass unsere Städte dafür die nötige Unterstützung vom Land bekommen, sollte selbstverständlich sein.